
Prof. Ottmar Ette „Wunder Bunker“
Der Roman thematisiert den Bunker „Valentin“ in Bremen-Farge, der als U-Boot-Werft der deutschen Kriegsmarine im Zweiten Weltkrieg gebaut wurde. In den Jahren 1943 bis 1945 wurden Tausende von Zwangsarbeitenden aus ganz Europa und Nordafrika für den Bau eingesetzt: Zivile Zwangsarbeiter:innen ebenso wie Kriegsgefangene und KZ-Häftlinge. Mehr als 1600 von ihnen starben während der Bauarbeiten an Unterernährung, Krankheiten und willkürlichen Tötungen. Im November 2015 wurde der Dokumentations- und Erinnerungsort als Denkort Bunker Valentin offiziell eröffnet. Durch die Ausstellungen und übrigen Informationsangebote wird an die Schicksale von über 10 000 Menschen erinnert.
Zwischen Wunderwaffe und Wirtschaftswunder erzählt der Roman ‚Wunder Bunker‘ vom Bau des größten Bunkers Deutschlands mit seinen Konzentrations- und Arbeitslagern als Chiffre deutscher und europäischer Geschichte im Übergang von den vierziger zu den fünfziger Jahren. Als historischer Roman deckt er die Kontinuitäten in dieser Geschichte auf, als literarische Parabel und Tierfabel entfaltet er aus der Perspektive einer Silbermöwe humorvoll die Abgründe menschlichen Daseins, als biographische Skizze beleuchtet er unterschiedliche Figuren, von Lagerinsassen aus ganz Europa, von Architekten und Ingenieuren, von Wachmannschaften und scheinbar unbeteiligten Nachbarn als Psychogramm der Zeit, als Thriller entfaltet er die Spannungen zwischen brutaler Gewalt und ästhetischem Widerstand.
Im Rahmen der Veranstaltungen zum 27. Januar 2026 zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus.
Kooperation: Landeszentrale für politische Bildung Bremen, CaNoFF/Universität Bremen, Stadtbibliothek Bremen
Wo und wann
Do, 12.02.2026 um 18:00Kostenlose Veranstaltung
